Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. 2.0 / bergbauaktiv

Das in Wetter-Albringhausen beheimatete Steinkohlenbergwerk Neuwüfingsburg ist am 22.9.1845 verliehen worden zu 1 Fundgrube 14 Maaßen und 71/2 Lachter was 922 Metern entspricht. Schon 1839 soll eine Dampfmaschine zur Schachtförderung betrieben worden sein. Im September 1934 wurde auf Grund einer Genehmigung (Hilfsbau) im Stk Lgf. Reinold in Fl Neuflöz ein Diagonalabhauen bis zur Sohle Ort 1 (ca. 30 m seiger) niedergebracht, eine Strecke in das Fl. Neuflöz bis in das Feld Neuwüfingsburg getrieben und hier beschränkter Abbau durchgeführt. Nach Erwerb des Stk. Lgf Wallfisch durch die Gewerkschaft Roderburg, wurden die Flöze Wasserbank Unterbank und Wasserbank durch einen Querschlag aufgeschlossen und insbesonere in Wasserbank nach Westen und Osten in Abbau genommen. Durch späteren Kauf des Stk. Lgf. Hund (Majorität) besaß die Gewerkschaft Roderburg nun dieses und die Felder Neuwüfingsburg und Walfisch.
Die Grubenwässer wurden seit 1935 durch den alten Dreckbänker Erbstollen abgeführt. Es förderten 3 Beschäftigte 117 t Kohle über einen tonnlägigen Schacht, der 2 Jahre später schon 90 m lang war.

Laut Kaufvertrag vom 31.1.1940 zwischen der Gewerkschaft Roderburg und der Aktiengesllschaft für Versorgungs-Unternehmen des Ennepe-Ruhr-Kreises (Agfu) betrieb Letztere nun das Bergwerk.
neuwuelfingsburg in albringhausen vor 1959
Neuwülfingsburg vor 1959

Die Anzahl der Beschäftigten stieg in diesem Jahr von 38 auf 100. Die Förderung betrug 14787 t. Diese stieg bis auf maximal 77361 t  im Jahr 1964 bei 213 Beschäftigten.

Der "Rest" von heute Durch Kaufvertrag vom 17.5.1944 erwarb die Agfu das geamte Bergwerkseigentum der früheren Gewerkschaft der Zeche Trappe in Silschede von der Bergbau AG Ewald König Ludwig einschließlich der Einzelfelder Argus, Neu Schmalebank, Arnold, Fritz, Neptun, Freie Vogel, Skt Paul und Skt. Peter.
Insbesondere Fl Wasserbank Oberbank wurde nördl der Sohlenstrecke in der Stollensohle der Zeche Ver. Trappe in Abbau genommen.

1948 wird am Bahnhof Albringhausen ein neuer, senkrechter Schacht erstellt. Im Volksmund wird dieser Betriebspunkt auch Zeche Albringhausen genannt. Hier können die Kohlen nun direkt auf die Bahn aufgeladen werden. Die Kohlen gehen von dort direkt zum Kraftwerk und dienen der Stromerzeugung. Untertägig ist die Grube modern eingerichtet. Die Kohlen werden per Grubenbahn zum Schacht transportiert. Der Betrieb wird nun in den Flözen "Wasserbank" und "Hauptflöz" auf dem Nordflügel ausgedehnt. Durch zahlreiche Tagesüberhauen wird das Grubenfeld belüftet.

Die Grubenwasser werden nach wie vor durch den alten Schlebuscher Erbstollen abgeführt, so dass keine Wasserhaltung nötig ist. Gegen Ende der sechziger Jahre werden die letzten interessanten Flözteile mittlerweile auch mit einem Kohlenhobel gewonnen.

Die Förderung wurde am 28.2.1967 eingestellt, die Verfüllarbeiten am 30.9.1967 beendet, womit der Bergbau auch in dieser Region zum Erliegen kam. Die Zeche Neuwülfingsburg förderte von 1940 bis 1967 insgesamt über 1,5 Mio. Tonnen Steinkohle.

Uwe Peise im November 2012

Quellen: Betriebsakten und Pläne, Wikipedia

Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum 74). 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 1998, ISBN 3-921533-62-7.

 

 

 

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